woanders & verlinkt & besprochen

All about Jazz

Eine CD-Kritik von John Sharpe bei All About Jazz Abbrechen

Jan Künemund im Rolling-Stone-Forum

ruf der heimat, jazzkeller69, aufsturz klub, 12.1.2018
(thomas borgman, as, ss, sopranino, x ; christoph winckel, b; willi kellers, dm, perc; christof thewes, tb).

die vorzeichen stehen schlecht. petrowsky tritt nicht mehr auf, borgmann ist krank, sein tenor muss generalüberholt werden, auf dem alt versucht er sich erst seit kurzem, kellers hat schlechte laune. das alles erfahre ich beim rauchen vorher. der keller allerdings ist voll. und auf der bühne ist das alles wie weggeblasen. zur gewohnten, ermüdend mäandernden vorrede des klubbesitzers fällt kellers und winckel schon mal ein groove ein, thewes kommentiert ironisch auf der posaune, irgendwann spielen sie alle über den redner hinweg, der seinen text stoisch zu ende bringt. die aus reibung entstehende energie hält das ganze erste set hindurch. ruf der heimat ist ein elektrisches feld, mit stromstößen an vier punkten. es blitzt so hin und her. borgmann auf dem alt ist tatsächlich gewöhnungbedürftig, aber sein motivischen spiel, ohne den gesanglichen, hymnischen ton, verschiebt alles überraschend richtung ornette. den hymnischen part übernimmt thewes, die rhythm section rumpelt und swingt, schlägt wellen, macht pausen. da hebt was ab, ganz schnell. im zweiten set ist das schon eingespielter, die pointen sind sie eigentlich schon losgeworden, daumenklavier, in 80 takten um die welt, kinderlieder mit brüchigen stimmen. aber der schlecht gelaunte kellers (er lächelt von minute 2 an) federt das ding durch den raum, ein merkwürdig idiosynkratischer swing, trotzdem natürlich hinreichend informiert. ich kenne wenig bessere (deutsche) drummer. der ganze abend macht sehr viel spaß. irgendwie ist das kirche und spielplatz zusammen. und am ende gehen alle bestimmt gesünder nach hause. ich allerdings fahre mit der s-bahn in die falsche richtung. also noch ein bisschen weiter.

Bruce Lee Gallanter, DownTownMusicGallery.

Aus dem Newsletter der DowntownMusicGallery vom 6. Mai 2016:
THOMAS BORGMANN TRIO [With MAX JOHNSON / WILLI KELLERS] – One for Cisco [LP Only/ LTD Edition of 300] (NoBusiness 91; Lithuania)
Featuring Thomas Borgmann on soprano & tenor saxes & melodica, Max Johnson on contrabass and Willi Kellers on drums.

This set was recorded live at I-Beam, during the New York Tenor Sax Festival in January of 2015.

This festival was organized by Cisco Bradley, a professor and concert promoter who runs the New Revolution Arts monthly series at his home in Bushwick, Brooklyn.

The great German free/jazz saxist, Thomas Borgmann, had not played in the US since the turn of the century, so Mr. Bradley invited him back and set up a handful of gigs. To make things even better, another legendary figure, German drummer Willi Kellers also was invited to play in the US for the first time, considering that Kellers is in his sixties. The ubiquitous NY bassist, Max Johnson, completed this trio, so the set was even better that one might imagine. I attended this set and it was one of the magical sets that you don’t forget.

This LP-only release captures that set in all of its glory. The set began quietly and built to a grand conclusion. Both Mr. Borgmann and Mr. Kellers are on the same wavelength, moving together while Mr. Johnson also knits a tight tapestry between them. Much of the first side is restrained yet consistently enchanting. There is an extraordinary soprano sax solo towards the end of the first side but most of the real fireworks takes place on the second side and they are equally amazing! It doesn’t get any better than this so dive in today and catch a wave of dynamic, free spirits. – Bruce Lee Gallanter, DMG
LP $18 (On sale while supplies last, $10 off regular NoBusiness LP price)

Zitate, Berichte bei Facebook über Willi Kellers